"Programme auf hohem Niveau sind bei Altmanns
eine Selbstverständlichkeit - aber
heute war man sich einig, dass dem Stuttgarter Kindertheater mit dem
tanzenden Maulwurf
ein besonderes Stück gelungen ist."
Ludwigsburger Kreiszeitung
Bericht zur Premiere von "Wenn der Maulwurf Tango
tanzt" Schwäbisches Tagblatt 15.09.2004
Showmaster aus der Unterwelt
Vladislava und Christoph Altmann spielen mit dem Maulwurf
BODELSHAUSEN (jon). Was ist, wenn das Nilpferd mit dem Maulwurf einen
Tango tanzt? Dann ist vielleicht das Paradies eingetreten. Oder haben
sich Christof
Altmann und seine Frau Vladislava was Neues ausgedacht, um in der Welt
der Kinder Vergnügen zu verbreiten? So war es, am Freitagnachmittag
zu Bodelshausen im Forum, als eine „liederliche Viecherei“ sich
austobte, unter starker Publikumsbeihilfe.
Sabine Klinder konnte etwa 170 Kinder und Mamas und Opas begrüßen,
zu einem Kinderkabarett mit internationalen Stars und vielen eingängigen
Melodien. Die Bibliotheksleiterin freute sich, dass der Saal „knallend
voll“ war, was sie aber schon von anderen Altmannschen Auftritten
gewöhnt ist.
Die Kindertheaterleute hatten aus Stuttgart ein Vielpersonenstück
mitgebracht, in dem Madame und Monsieur Altmannowsky mitspielten, dazu
Mister Oldman an der Gitarre und Senor Altmanngino, der das Akkordeon bedient.
Freilich, man sieht nie alle zusammen. Die Verwandlungskunst ist groß.
Aber, natürlich, Willi der Maulwurf sieht immer gleich aus. Der schwarzsamtige
handpuppige „Showmaster aus der Unterwelt“ hält mit seinen
grabesstimmentiefen Kommentaren das Stück zusammen. Weiter kam der
Zauberer Sauerbruch zur Geltung, der seinen besten Zauberspruch zum Singen
mitgebracht und „zwanzig faule Elefanten“ gewettet hatte, dass
die Bodelshäuser Kinder nicht in der Lage seien, ihn mit einem sehr
lauten „Pfui!“ zu ergänzen. Na, da hatte der Magier sich
aber gründlich vertan!
Ü
berhaupt! Das Publikum steht bei den Altmanns ganz oben auf der Besetzungsliste.
Man kann aufstehen, tanzen, sich drehen und mitsingen. Und rhythmisch klatschen.
So erzählte man gemeinsam die Geschichte von dem alten Gnu, dass auf
der Pirateninsel in die Bar zum Kakadu hereinschneit. Und zwar, damit es
sich schön reimt: mit schrecklichem Gewinsel. Alle fragen sich bang,
warum das Gnu so heult und jomert, bis es offenbart, dass es nur trippeltrappeldringend
aufs Klo muss. Schon da kündigt sich, dass die Theaterleitung wieder
Lieder fabriziert, die man bald auch in der Karibik singen wird, wenn
man das entsprechende Alter hat.
Denn es kommt zusätzlich ein netter honigliebender Zottelbär
auf die Bühne, der zum Mitsingen verführt. Oder ein gelenkiger
Roboter namens Robby, der als Hobby die Müllschluckerei ausübt,
um Blechdosen aus der Welt verschwinden zu lassen. Der Refrain heißt
einfach: „Müll, Müll, Müll, Abfall, Müll!“ Dazwischen
tanzen im Dunkel über der Puppenbühne gespenstisch beleuchtete
Gespenster immer wieder auf und nieder. Madame Altmannowski sirrt mit dem
Fiedelbogen eine Art Blues auf einem überlangen Fuchsschwanz als singender
Säge, begleitet von Monsieur.
So ungefähr ging das neue Altmann-Programm mit dem Titel „Wenn
der Maulwurf Tango tanzt“. Dann darf man noch mal mitmachen, zum
Schluss, das linke Bein heben und das rechte, tanzen, singen, klatschen.
Das nette Ehepaar bedankt sich bei seinen Mitspielern: „Das Publikum
ist schubidu!“ Danach geht schon das Licht an. Leider aus. Das
Ensemble ist fort. Kommt aber sicher wieder.
Text: tagblatt online 15.09.2004 |